Wie barrierefrei ist die List?

Unter diesem Titel berichtete die HAZ in ihrem Hannover-Teil am 27.10.2018 im Hanover-Teil und am 1.11. im Stadtteilanzeiger-Ost, dass Schülerinnnen und Schüler des 8. Jahrgangs der IGS Roderbruch einen eigenen Filmbeitrag für den Kurzfilmwettbewerb "ganz schön anders - ganz schön aufregend"  erstellen . Zusätzlich gab es darüber auch einen Filmbeitrag von RTL Nord. 
 
 
Im Folgenden der Wortlaut des Artikels der HAZ vom 27.10.2018:
 
Wie barrierefrei ist die List?
Schüler machen Test mit Rollstuhl

Veronika Pöhlmann (14) testet das Fahren im Rollstuhl, Niclas Jöhrens (14) filmt. Foto: Nancy Heusel

Wie es sich anfühlt, in einem Rollstuhl die Lister Meile entlangzufahren, haben Schüler der IGS Roderbruch getestet. Im Rahmen eines Filmworkshops machten die Jugendlichen selbst Erfahrungen und drehten dazu Videos. Begleitet wurden sie von den deutschen Meistern im Rollstuhlskating, Lisa Schmidt und David Lebuser.

Bei der Fahrt über die Lister Meile fallen den Jugendlichen viele Hürden auf: Eingänge der Geschäfte sind nur über Stufen zu erreichen, Bordsteine sind viel zu hoch, an wichtigen Stellen fehlen Geländer. Die Jugendlichen haben zwei Schüler im Rollstuhl in ihrer Klasse. Die 14-jährige Veronika Pöhlmann sagt: „Jetzt kann ich mich besser in meine Mitschüler hineinversetzen.“ Genau das ist es, was auch Schmidt bei dem Projekt am wichtigsten ist: „Wir wollen zeigen, dass man es im Rollstuhl nicht automatisch schwerer hat. Es ist nur anders.“

Das Medienzentrum der Region Hannover und der Verein Blickwinkel richten den Workshop aus. Bis zum 15. Februar können Schüler auch unabhängig vom Filmkurs Videobeiträge zum Thema „ganz schön anders“ einreichen. lin

Hier der ausführlichere Beitrag aus der HAZ im Stadtteilanzeiger-Ost vom 1.11.2018:

Mit dem Rolli durch die List
Holprige Straßen, fehlende Rampen – Schüler entdecken die Lister Meile aus der Perspektive von Rollstuhlfahrern und halten das in Filmen fest.
 

Barrierefreie List 600Oststadt. Erst hatte Veronika Pöhlmann gar keine Lust auf das Experiment. Ein Tag im Rollstuhl – was sollte das der 14-Jährigen bringen? Doch als sie mit dem ungewohnten fahrenden Untersatz auf die Lister Meile einbiegt, ändert sich ihre Meinung. „Das ist ganz schön anstrengend“, staunt sie. Holpernd geht es über rote Backsteine die Einkaufsstraße hinunter. Leichte Anstiege bringen Veronika ins Schwitzen. „Morgen habe ich definitiv Muskelkater in den Oberarmen“, sagt sie.

Die Fahrt über die Lister Meile ist Teil eines Filmworkshops, den das Königsworth Medienbüro organisiert. Schüler der achten Klasse der IGS Roderbruch sollen dabei zunächst selbst ausprobieren, wie sich eine Fahrt im Rollstuhl anfühlt. Später werden sie selbst Filme drehen, die sich mit dem Thema beschäftigen: Wie kommen Rollstuhlfahrer in der List zurecht? Wie reagieren Passanten? Und welche Gedanken gehen einem Nicht-Rollstuhlfahrer beim Selbsttest durch den Kopf? Diesen Fragen werden die Schüler filmisch nachgehen.

Die Filme sind Beiträge zum Kurzfilmwettbewerb „ganz schön aufregend“, für den Schüler aus ganz Niedersachsen noch bis zum 15. Februar Beiträge einreichen können. Einige davon entstehen in extra dafür angebotenen Workshops wie diesem. Unterstützt werden sie vom Medienzentrum und dem Verein Blickwinkel.

An diesem Tag begleiten die Deutschen Meister im Rollstuhlskating, Lisa Schmidt und David Lebuser, die Schüler. „Wir wollen zeigen, dass man es im Rollstuhl nicht automatisch schwerer hat“, sagt die 30-jährige Schmidt. „Es ist einfach anders.“ Sie will bei der Fahrt über die Lister Meile deutlich machen: „Nicht der Rollstuhl ist das Problem, sondern zu wenig Rampen oder kaputte Fahrstühle.“

Genau auf diese Hindernisse stoßen die Jugendlichen in den Rollstühlen an jeder Ecke: Fehlende Geländer, zu hohe Bordsteine, sogar zur Rheumatologischen Praxis führen zwei Stufen und eine Klingel ist außer Reichweite. „Viele Geschäfte haben natürlich Rampen, die sie anlegen können“, sagt Lebuser. „Aber wenn es in der Nähe einen Bäcker ohne Stufen gibt, nehme ich lieber den.“

In der Integrationsklasse von Veronika sind zwei Rollstuhlfahrer. Nach der hürdenreichen Fahrt sagt die 14-Jährige: „Jetzt kann ich mich viel besser in meine Mitschüler hineinversetzen.“ Die Schwierigkeiten seien ihr jetzt erst richtig bewusst geworden. „Ich finde es gut, dass viele Passanten höflich sind und Platz machen“, sagt Veronika. „Schließlich haben die Rollstuhlfahrer im Alltag schon genug zu kämpfen.“

Das ist ganz schön anstrengend. Morgen habe ich definitiv Muskelkater in den Oberarmen.

Veronika Pöhlmann, Schülerin

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