Schüler drehen Kurzfilm und gewinnen den landesweiten Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“

Schule Kultur Nds„Ich finde, Lennart ist eine ganz schön coole Socke!“, sagt Paul im Kurzfilm „Be Lennart – be cool“. Der Wahlpflichtkurs
Blog/Online Journalismus 
hat sich am inklusive Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders, ganz schön cool“ beteiligt. Ihr Film hat heute den 1. Preis im Wettbewerb gewonnen.

Der Film begleitet unseren Schüler Lennart. Lennart ist 14 Jahre alt und seit Jahren Schüler der IGS Roderbruch. Er kann nicht sprechen. Seine Stimmbänder funktionieren nicht und Lennart kann seine Arme und Beine nicht richtig bewegen. Grund ist eine spastische Lähmung, die er seit seiner Geburt hat. Er kommuniziert über einen Sprachcomputer - einen sogenannten „Talker“. Lennart steuert das Gerät nur mit seinen Augen. Eingebaute Infrarotkameras registrieren dabei die Bewegungen seiner Augen und geben diese als Sprache über den Talker aus. In der Dokumentation der Schüler geht es um Gleichberechtigung, Integration, Barrierefreiheit, das Leben im Rollstuhl und den Zustand, immer und überall auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Lennart ist motorisch eingeschränkt und zugleich einer der coolsten Schüler an unserer Schule, denn: er lässt sich von seiner Einschränkung nicht unterkriegen. Blöde Blicke quittiert er nicht, er ignoriert sie einfach und lässt sich nicht in seiner Fröhlichkeit beirren. Lennart hat viele Freunde und die Mitschüler*innen behandeln ihn wie die anderen Kinder und Jugendlichen auch. Wie man angesichts seines persönlichen Schicksals cool ist und bleibt, das zeigt der Film.

Die Schirmfrau des Kurzfilmwettbewerbes Carina Kühne, die auch Schauspielerin ist, überreichte den glücklichen Gewinnern ihren Preis. In ihrer Laudatio heißt es dann auch: „Was wir sehen, ist gelebte Inklusion. Das gemeinsame Miteinander von Schülerinnen und Schülern aus der 8. Klasse. Ein Vorbild für andere Schulen. Inklusion ist ein Gewinn für alle – und ein Menschenrecht, dass man nicht pausieren kann.“

Melanie List, Kulturkoordinatorin 

 

Die Laudato von Carina Kühne in ganzer Länge

Die Inklusion sei gescheitert, liest man in den Medien. Man brauche eine Verschnaufpause, heißt es. Es sei zu schwierig, Menschen mit Beeinträchtigungen und Menschen ohne Beeinträchtigungen gemeinsam zu unterrichten.

Im Film „Be Lennart – be cool“ zeigen uns Schüler der IGS Roderbruch, dass es geht.  Sie haben Lennart porträtiert. Einen Jungen, der seine Arme und Beine nicht richtig bewegen kann – und zur verbalen Kommunikation einen Sprachcomputer benutzt.

Das besonders des Beitrags: die stetigen Perspektivwechsel. Als Zuschauer hören und sehen wir zunächst Lennarts Blickwinkel. Wir erleben seine Mitschüler, die sich Gedanken über das Zusammenleben machen und wir lernen seinen Betreuer kennen.

Es ist kein Film über einen Menschen mit Beeinträchtigung geworden, sondern mit ihm. Die Schüler interviewen sich gegenseitig. Auch Lennart kommentiert und stellt Fragen. Es ist der Versuch eines Umgangs auf Augenhöhe – Und er ist gelungen.

Was wir sehen, ist gelebte Inklusion. Das gemeinsame Miteinander von Schülerinnen und Schülern aus der 8. Klasse. Ein Vorbild für andere Schulen. Inklusion ist ein Gewinn für alle – und ein Menschenrecht, dass man nicht pausieren kann.

Deshalb geht der erste Preis des „ganz schön anders“-Kurzfilmwettbewerbs in diesem Jahr an das Filmteam von „Be Lennart – be cool“: Ihr gewinnt eine Reise nach Berlin und den Besuch des Filmparks Babelsberg. Außerdem ist Euer Film für die Niedersachsen Filmklappe, den Filmwettbewerb der niedersächsischen Medienzentren, nominiert.

https://ganz-schoen-anders.org

Die HAZ berichtete am15.3.2018 wie folgt:

IGS Roderbruch gewinnt Kurzfilmwettbewerb

„Das ist gelebte Inklusion“: Achtklässler machen Streifen mit Rollstuhlfahrer Lennart
Kurzfilmer HAZ

„ganz schön anders“: Preisverleihung an die IGS Roderbruch beim inklusiven Kurzfilmwettbewerb im Astor Grand Cinema Hannover. Foto: Behrens

 

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht sitzt Lennart Godow mit seinen Klassenkameraden der IGS Roderbruch und seinem Integrationsassistent Bosse Bronk auf der kleinen Bühne im Astor Grand Cinema Hannover. Die Reportage „Be cool – Be Lennart“ mit Lennart und über ihn wurde mit dem ersten Platz beim inklusiven Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“ ausgezeichnet. „Es ist kein Film über Menschen mit Behinderung, sondern mit ihnen. Es ist ein Umgang auf Augenhöhe und zeigt das Leben miteinander“, lobte  Carina Kühne bei ihrer Laudatio. Die selbst am Downsyndrom erkrankte Schauspielerin ist aus Spielfilmen und Serien in ARD und ZDF bekannt. In diesem Jahr betreute sie das „ganz schön anders“-Projekt als Schirmherrin und saß auch in der Jury.

Die Hauptperson der Reportage, der 14-jährige Lennart, kann seine Arme und Beine nicht bewegen, sitzt im Rollstuhl und spricht mithilfe eines Computers, seinem Talker. Der Kurzfilm zeigt Ausschnitte aus seinem Schulalltag, wie seine Mitschüler über ihn denken und was er für Ziele hat. „Ich möchte Polizist werden“, verrät Lennart im Film über sich selbst. Die Idee dafür entstand im Rahmen eines Wahlpflichtfaches. „Wir wollten darstellen, dass Lennart normal ist“, erzählte Lehrerin Kim Draschoff. „Wir finden ihn super, er ist ein Teil von uns.“ Lennarts Mitschüler sehen das ähnlich. „Er ist ein cooler Freund, immer richtig lustig“, findet Mitschülerin Josephine Bernice Behrendt. Dass sie den ersten Preis gewinnen, hätte sie gar nicht erwartet, so Josephine. Auch IGS-Schulleiterin Brigitte Naber ist für die Preisverleihung in das Astor Hannover gekommen. Sie ist total gerührt über den Preis, den ihre Schüler gewonnen haben. „Das ist gelebte Inklusion“, sagt Naber. Die Reportage ist jetzt für die Kurzfilmklappe Niedersachsen nominiert, und als Gewinn bekamen die Achtklässler eine Reise nach Berlin in die Babelsberger Filmstudios geschenkt.

Insgesamt nahmen 120 Filmteams des achten bis zehnten Jahrgangs aus Förder- und Regelschulen in Niedersachsen am Wettbewerb für Inklusion teil. 62 Kurzfilme wurden zum Jahresmotto „ganz schön anders – ganz schön cool“ eingereicht. Elf Filme wurden von der Jury um Rollstuhlskateweltmeister David Lebuser und Lisa Schmidt sowie Schauspielerin Carina Kühne nominiert. Da die Astrid-Lindgren-Schule ihren Film zurückgezogen hatte, wurde die IGS Roderbruch erster, den zweiten Platz belegte der Spielfilm des Landesbildungszentrums Oldenburg „Cool oder kriminell?“. Auf den dritten Platz kam die Stand-up-Comedy „How to be cool“ von Schülerinnen des Gymnasiums Langenhagen. Publikumssieger bei Youtube wurde mit 3194 Klicks „Wo ist das Problem?“ der Förderschule am Harly und der Vicco-von-Bülow-Oberschule. Die besten Spezialeffekte hatte der Fantasyfilm „Time“ der IGS Lehrte.

Interessierte können sich die Kurzfilme bei Youtube oder die ganze Show am Dienstag, 27. März, um 19.30 Uhr bei h1 anschauen. 

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