Abends auf wilder Jagd ...

Schule Kultur Ndsund vormittags auf Einladung der Musiklehrerin Daria Geller zu Besuch im Unterricht der IGS Roderbruch. Schnell hat Johannes Moser die Schüler für sich und sein Instrument gewinnen können.  
Die HAZ berichtete am 24.1.2017 in folgendem Artikel: 
 
Wilde Jagd

Der Cellist Johannes Moser spielt Lutoslawski mit Ivan Repusic und dem Staatsorchester

Respekt: Die Abonnenten des Niedersächsischen Staatsorchesters lassen sich auch durch neuere Töne nicht schrecken. Dreimal Musik des 20. Jahrhunderts, das würde bei kommerzieller orientierten Konzertreihen durchaus für freie Plätze sorgen. In der Staatsoper dürften die wenigen leeren Sitze dem Winterhusten zuzuschreiben sein. Denn zum Pflichtbewusstsein der Musikfreunde kommt ja auch noch die Neugierde auf die konzertanten Taten des neuen Musikchefs Ivan Repusic.

Zwei Werke des Programms gehen als Klassiker der Moderne durch, das dritte ist seltener zu hören, gilt aber als eines der eigenwilligsten Cellokonzerte – und als einer der größten Erfolge seines Schöpfers Witold Lutoslawski.

In Hannover findet es in Johannes Moser einen entschiedenen Fürsprecher. Der 37-jährige Cellist, der einer Musikerfamilie entstammt, spielt es gerne – und mit aller Leidenschaft. Schon den ungewöhnlichen Beginn, mit der immer wieder leer angestrichenen d-Saite, macht er zu einem dramatischen Monolog. „Indifferent“ soll dieser Ton klingen, aber Moser steigert die Gleichgültigkeit bald ins Beredte, wird lakonisch bis unwirsch. Die figurativen Abschweifungen in diesem Selbstgespräch gleichen Minidramen. Fast vier Minuten dauert es, bis die Solotrompete aggressiv dazwischenfährt und der Blechbläserchor seine Einwände lautstark vor- und einbringt. Vielgestaltig und polytonal ist diese variantenreiche Auseinandersetzung. Die anschließende Cantilena bringt kaum Zeit zum Atemholen, schwebt zwischen Gesang und Klagegesang. Das Finale ist eine wilde Jagd, bei der Ivan Repusic seine Musiker auf die rechte Fährte führt. Das Schlusswort aber hat wieder das Cello. Wie zu Beginn beharrt es auf seinem selbstbewussten Einzelton.

Das ist in seiner Rigorosität packend, auch wenn Heinrich Schiff das unter der Leitung des Komponisten noch farbenreicher gestaltet hat. Der Widmungsträger des Werks, Mstislaw Rostropowitsch, konnte nachhörbar weniger mit dem Stück anfangen. Moser bedankt sich für den aufrichtigen Beifall mit einer eher vergrübelten Sarabande von Johann Sebastian Bach.

Ein leichtes Spiel hat das Staatsorchester an diesem Konzertabend nicht, aber es bleibt siegreich. Nun ist Igor Strawinskys „Feuervogel“-Suite eigentlich unkaputtbar, wenn man in der Spur bleibt, aber eine Herausforderung in Einsatzgenauigkeit und solistischer Bravour bleibt sie. Ivan Repusic beginnt zwar etwas geheimnisarm und im „Höllentanz“ könnten seine Musiker etwas mehr Feuer entfachen, aber das Finale trumpft angemessen auf.

Ähnlich bei Dmitri Schostakowitsch, dessen sinfonischer Erstling ein kleiner Geniestreich ist: ein Lehr(lings)stück, und doch ist der Personalstil unverkennbar ausgeprägt. Repusic und sein spielfreudig agierendes Staatsorchester treffen das gebrochene Pathos und die nassforsche Frechheit des 19-jährigen Komponisten, das burleske Spiel und die auftrumpfende Klanggebärde. Langer Beifall.

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